Deutscher Gewerkschaftsbund

15.10.2012

DGB-Beschluss: „Wirtschaft in der Schule - Was sollen unsere Kinder lernen“

Immer stärker drängen Lobbyisten an die Schulen, um je nach Interesse die Bildungsinhalte zu beeinflussen. Allen voran wollen die Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände mit ihren Instituten und Stiftungen Einfluss auf die Vorstellungen der Schülerinnen und Schüler von Arbeit und Wirtschaft nehmen. Ihre Begründung: Zu viele Jugendliche verlassen die Schule mit Bildungsdefiziten, mangelnder Ausbildungsreife und mangelndem Wirtschaftswissen. Die Lösung, so der Tenor: mehr Wirtschaftsunterricht an allgemeinbildenden Schulen.

Dem stellt sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) massiv entgegen. Nicht mehr Wirtschaftsunterricht, sondern eine gute sozioökonomische Bildung soll Schule vermitteln. In seinem Positionspapier, vom Bundesvorstand am 4. September 2012 beschlossen, bekräftigt der DGB seine Kritik an der Meinungsbeeinflussung von Schüler/innen und legt seine Ansprüche an gute sozioökonomische Bildung dar.



Weitere Publikationen:


Wirtschaft in der Schule - Die Auseinandersetzung um ökonomische Bildung in den allgemeinbildenden Schulen
Die Publikation der IG Metall nimmt die zunehmende Ökonomisierung des Bildungswesens unter die Lupe und befasst sich mit den Positionen und Unterrichtsmaterialien der Arbeitgeberseite.

Ökonomische Bildung - eine neutrale Sache?
Die Untersuchung von Carina Mitschke liefert einen Überblick über die Interessen und Vermarktungstechniken der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), einem vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall finanziell getragenen Think Tank, der mit Unterrichtsmaterialien für den Politik- und Wirtschaftsunterricht gezielt Einfluss auf die Gestaltung und Inhalte von Unterricht an allgemeinbildenden Schulen nehmen will.

Den Sozialstaat im Visier
Ein Beitrag von Prof. Bettina Zurstrassen über die Lobbystrategien der Arbeitgeberverbände für ein Unterrichtsfach Wirtschaft.

Privatisierungsreports der GEW
Sie nehmen den Einfluss der Privatwirtschaft, der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände sowie der zahlreichen Stiftungen im Bildungsbereich unter die Lupe.

Wem gehört die ökonomische Bildung? Notizen zur Verflechtung von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik
Ergebnisse aus Analysen von Lucca Möller und Prof. Reinhold Hedtke. Sie thematisieren, dass Wirtschaftsverbände und ihnen nahestehende Organisationen nicht nur ein eigenständiges Schulfach Wirtschaft fordern. Sie wollen auch beeinflussen, was dort gelernt wird. Immer stärker vermischen sich öffentlicher Bildungsauftrag und private Geschäftsinteressen.


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